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Eine Flasche Weisswein «Chemin Blanc» und die Chaos-Theorie

Chaos-Theorie - Der Flügelschlag eines Schmetterlings, löst einen Wirbelsturm in New York aus.
Chaos-Theorie - Der Flügelschlag eines Schmetterlings, löst einen Wirbelsturm in New York aus.

Die Chaostheorie gemäss Edward Lorenz, besagt, dass eine kleine Ursache eine grosse Wirkung haben kann. Als bekanntes Beispiel dient der Schmetterling in Shanghai, der mit den Flügeln wackelt und einen Wirbelsturm in New York auslösen kann. Auch wenn dieses gesuchte Beispiel auf den ersten Blick schwierig nachzuvollziehen ist und plakativer Natur dient, illustriert es wunderbar den Effekt, wie eine kleine Ursache zu einer grossen Wirkung führen kann. Eine Verkettung von unglücklichen, meist nicht vorhersehbaren Umständen, begünstigen dabei die Entwicklung ins Chaos.

 

Im Kleinen haben wir schon alle eine Chaos-Entwicklung miterleben können - oder müssen. Es gibt Situationen, aus denen «aus einer Mücke einen Elefanten gemacht wurde». Eine Bagatelle, wie wir sie täglich mehrfach erleben, kann bei ungünstiger Situation oder Umständen eine ungeahnte Dynamik entwickeln und zum verheerenden «Wirbelsturm» führen. 

 

Nachfolgendes Beispiel illustriert, wie eine günstige Flasche Weisswein «Chemin Blanc» zum absoluten Chaos und zur Trennung eines Paars führte. Bei einem Abendessen äusserte der eine Ehepartner seine Meinung zu einem Thema. Der andere, alkoholisierte Ehepartner, missverstand das Gesagte, explodierte und steigerte sich in Rage. Jeglicher Klärungsversuch versagte, vom alkoholisierten Partner wurde einfach alles als pure Provokation wahrgenommen. Die Emotionsspirale drehte immer schneller, was zuerst in verbalen Ausfälligkeiten startete, endete in Tätlichkeiten. Einen Tag später der Versuch, das Geschehene aufzuarbeiten – mission impossible. Sämtliche Klärungsversuche am Folge-Tag, den Vorfall gemeinsam aufzuarbeiten, blieben erfolglos. Der am Vortag alkoholisierte Partner, verweigerte ein sachliches Gespräch und bestritt das Geschehene. Heute ist das Paar geschieden. 

 

Soll nun der «Chemin Blanc» gemieden werden, um ein Chaos zu vermeiden? Nein natürlich nicht. Oftmals gibt es ein Zusammenspiel, respektive Verkettung von verschiedenen unglücklichen Umständen, die zu einer unglücklichen Entwicklung führen können. Die eigene Tagesverfassung spielt natürlich eine wichtige Rolle - perlen an manchen Tagen nervige Situationen einfach, wie frischer Morgentau, ab, treffen an anderen Tagen Handlungen direkt ins Mark und lösen heftige Emotionen aus. Spielt noch Alkohol mit, ist die Vernunfts- und Schamschwelle tief, eine Bagatelle führt unweigerlich zu einem handfesten Streit

 

Ist man Dynamiken machtlos ausgesetzt?

Ja und nein. Es ist individuell und hängt vom Konflikt, respektive dem Konfliktschema, ab. In bestimmten Situationen lässt sich einfach nichts ausrichten. Einem Stück Treibholz im reissenden Fluss gleich, muss man ausharren, bis man in ruhigere Gewässer kommt und sich die Strömung legt. Während dieser Zeit lässt sich oft aktiv nichts bewirken – man muss diese Kröte einfach schlucken. In anderen Situationen kann man sehr wohl bereits in der Konfliktentstehung defensiv und positiv einwirken. Gut ist, wenn man diese Dynamiken und die Sprengkraft frühzeitig erkennt und sich bewusst ist, wohin sie führen könnte. Mit aktivem und defensivem agieren lässt sich der Schwung von hochkochenden Konflikten nehmen, beispielsweise mit einem taktischen «Der Gescheitere gibt nach!». Selbstklärend ist dies nicht in jedem Fall möglich, es kommt immer auf die Umstände an. 

 

Dennoch, hätte der im «Chemin Blanc»-Beispiel nüchterne Partner den aufkeimenden Konflikt mit einer geschickten Schaffung einer Distanz, zum Beispiel mit «Ich gehe jetzt schlafen, sprechen wir morgen darüber.», abgeklemmt, wäre das Paar wahrscheinlich heute noch verheiratet.

 

Emotionen - die brennende Lunte

Wenn man sich selbst in einem hoch emotionalen Status befindet, von Angst oder Wut dominiert wird, ist ein defensives agieren unmöglich – im Gegenteil, die Chancen für ein Hochschaukeln eines Konfliktes, ein zusätzliches Öl ins Feuer giessen und ein Handeln im Affekt sind wahrscheinlich. Der gesunde Menschenverstand und die Vernunft werden ausgeschaltet, Grenzen gibt es keine mehr. Ein sachliches Gespräch ist schlichtweg nicht möglich. Die Schaffung einer räumlichen Distanz ist notwendig, um schlimmeres zu verhindern. Wenn sich die Emotionen gelegt haben, bietet sich erst die Möglichkeit, das Problem sachlich zu lösen.  

 

Jeder Mensch hat einen Punkt, an dem die Sachlichkeit in die Emotionen kippt. Bei den Einen liegt dieser Punkt der Emotionsschwelle tiefer, sie explodieren bei der kleinsten Gelegenheit, und bei anderen extrem hoch, sie versprühen eine bewundernswerte Gelassenheit – schon fast hat man den Eindruck, dass sie nichts aus der Ruhe bringen könnte. Ist es überraschend, dass gelassene Menschen, in konfliktbeladenen Situationen, sich besser beherrschen können und den Schwung einer anbahnenden Dynamik nehmen können? Natürlich nicht.

 

Kann ich gelassener werden?

Gelassene Menschen verfügen oft über ein grosses Selbstvertrauen, sie lieben und akzeptieren sich mit allen ihren Ecken und Kanten. Sie wissen, dass sie nicht perfekt sind – und die anderen Menschen auch nicht. Sie wissen, dass sie für ihr Leben persönlich verantwortlich sind, wenn sie etwas stört, ändern sie sich selbst – und nicht die anderen. Sie verfügen über ein solides Selbstbewusstsein, die nicht in Arroganz übergeht. Ein gesundes Selbstvertrauen, respektive Selbstbewusstsein ist das Rückgrat einer gelassenen Person. Eine tiefe innere Ruhe und eine Gelassenheit lassen sich mit regelmässigen Meditationen optimal fördern. Das bewusste «Zeit nehmen für sich selbst», ohne irgendwelchen Zeit- und Erwartungsdruck, führt zu verblüffenden Ergebnissen. Eine Starthilfe für mehr Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Gelassenheit bieten auch Hypnose, NLP, Coaching oder eine Persönlichkeitsentwicklung

 

Gelassene Menschen begegnen dem Leben offen und entscheiden bewusst, und nicht durch Emotionen. Sie entscheiden objektiv ob sie sich in eine Situationen einbringen wollen, oder nicht. Nicht vergessen, die meisten Entscheidungen, die in Emotionen getroffen werden, sind schlecht. Etwas weniger Chaos und mehr Gelassenheit gefällig? Dann einfach unverbindlich bei uns melden. Auf die Kontaktaufnahme freuen wir uns.   

 

Herzlich, 

Reto Feurer

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