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Die grosse Angst vor dem Briefkasten!

Hilfe! Briefkasten-Phobie!


Briefkasten-Phobie - wenn der Briefkasten Ängste auslöst! - Mental Professionals, Dietikon, Schweiz
Briefkasten-Phobie - wenn der Briefkasten Ängste auslöst! - Mental Professionals, Dietikon, Schweiz

Die grosse Angst vor dem Briefkasten!


Die «Briefkasten-Phobie» oder auch «Postangst» bezeichnet die Angst, den Briefkasten und die Briefe zu öffnen. Betroffene Menschen öffnen neue Brief zunächst nicht, aus Angst, dass der Inhalt des Briefes sich negativ auf ihr Leben auswirken könnte. Eine Geschichte, die das Leben schrieb.

In Mehrfamilienhäusern kann oft beobachtet werden, dass Briefkästen mit Werbesendungen, amtlichen Briefen, Postkarten und weiteren Zuschriften überquellen - die letzte freie Ritze vom Briefkastenschlitz wird vom Postboten genutzt. Wir sprechen von keinen verwaisten Briefkästen, die niemand gehören - wir meinen Briefkästen, die bewusst nicht geleert werden. Wieso?

 

Ein Praxisbeispiel, nennen wir ihn Jochen (Alias-Name). Jochen ist in einem hässlichen Sorgerechtsstreit verwickelt, Anwälte, die Gemeinde und die Kindesschutzbehörde lassen den Postboten wöchentlich auf Hochtouren laufen. Durch den psychischen Druck und der ungewisse Ausgang der kräftezerrenden Fehde, lässt Jochen's Konzentration als mittlerer Kaderangestellten auf der Arbeit nach - unnötige Fehler kumulieren sich. Der Vorgesetzte suchte das Gespräch, signalisierte ein Verständnis für die schwierige private Situation, gleichzeitig liess er Jochen unmissverständlich wissen, dass diese unkonzentrierte Arbeitsweise nicht auf Dauer toleriert werden kann.

 

Mit diesem Druck kreisten Jochen's Gedanken ununterbrochen im Kopf, ein erholender Schlaf war nicht mehr möglich. Die Negativspirale «Druck - fehlender Schlaf - Unausgeglichenheit» nahm immer schneller an Fahrt auf. Eines Tages stellte er fest, dass die heftigen Schreiben jeweils freitags im Briefkasten lagen. Leerte er am Freitagabend den Briefkasten und schaute die Korrespondenz durch, löschte es einfach ab, das Wochenende war hin. Emotionen kochten auf, die Gefühle fuhren Achterbahn, die vielen unzähligen Fragen liessen sich frühestens am Montag klären. 

 

Als Selbstschutz öffnete er seinen Briefkasten von Donnerstagabend bis Montag einfach nicht mehr. Dies verhalf ihm wenigstens über das Wochenende ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Eines Tages erreichte Jochen einen Punkt, da konnte er einfach nicht mehr und weigerte sich, seinen Briefkasten zu öffnen. Der Briefkasten überquoll mit Briefen und Werbesendungen, Nachbarn sprachen ihn auf den vollen Briefkasten an. Mit jedem Tag stieg der psychische Druck auf diese Höllenbox an. Jeden Tag musste er den Briefkasten im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses passieren, das rasche Vorbeieilen funktionierte nicht immer - hoffnungsvoll schielte er oft kurz rüber, vielleicht war alles ja nur ein böser Traum oder der Briefkasten wurde auf wundersame Weise geleert. Nur schon der Blick auf diese quälende Höllenbox löste Panikattacken, verbunden mit Herzrasen, Schweissausbrüchen und Atemnot aus. Täglich.

 

Die meisten monatlichen Rechnungen regelte Jochen mit Daueraufträgen und Lastschriftverfahren. Die anderen blieben unbezahlt im Briefkasten liegen - die Mahnungen und Betreibungsandrohungen ebenfalls. Zuhause stellte er auf stumm, öffnete auf Klingeln die Türe nicht, in der Angst, dass ihm jemand ein Schreiben in die Hand drücken könnte.

 

Der Wendepunkt kam, als die Polizei an Jochen's Arbeitsstelle mit einer amtlichen Vorladung erschien und Jochen zusammenbrach. Jochen brauchte in verschiedenen Bereichen Hilfe. 

Jochen nahm eine vierwöchige Auszeit in der Psychiatrie, seine Schwester leerte den Briefkasten, sortierte die Briefe aus, nahm mit den Rechnungssteller Kontakt auf und beglich die Rechnungen umgehend. Sie organisierte einen Anwalt, der Jochen's Interessen gegenüber den amtlichen Stellen vertrat. 


Briefkasten-Angst: Die grosse Angst vor dem Ungewissen.

Natürlich weist jede Briefkasten-Phobie oder Post-Angst ihre eigene Geschichte auf. Im Kern geht es um blanke Ängste vor dem Ungewissen, schlechten Nachrichten zu bekommen. Vielfach kommt die Briefkasten-Angst schleichend, von unguten Vorahnungen betroffen, bedienen sich Betroffene gerne dem «Mañana-Prinzip», den Briefkasten an einem anderen Tag zu  leeren, und dann nochmals und nochmals auf einen anderen Tag zu verschieben - bis es knallt.


Kann eine Briefkasten-Phobie mit einer Hypnosetherapie behandelt werden?

Ja und nein. Kleinkinder kennen nur zwei Ängste, die Angst nicht geliebt zu werden und umzufallen - alle anderen Ängste sind angelernt. Mit einer Hypnosetherapie lassen sich grundsätzlich alle Angstzustände behandeln und «zurückstellen». In Jochen's Beispiel hätte eine Hypnose-Behandlung die Briefkastenphobie aufgelöst, das grundsätzliche Problem von Jochen jedoch nicht. Eine Hypnosetherapie - in Kombination mit anderen Stellen (zum Beispiel Beistand, Psychologe, Coach) - hätte am Anfang der aufkeimenden Phobie gut behandelt und begleitet werden können.  

 

Unserer sozialen Verantwortung sind wir bewusst. Aus diesem Grund führen wir vor jeder Hypnosetherapie oder -Behandlung ein ausführliches Vorgespräch durch und klären ab, ob

  • wir überhaupt die richtige Anlaufstelle sind,
  • wir die Erwartungen erfüllen können,
  • der Beizug von weiteren Spezialisten, Fachpersonen notwendig/sinnvoll ist,
  • ein Eigenantrieb für eine Hypnosebehandlung besteht, oder eine Drittperson die Hypnosetherapie arrangierte.     

Wird im Vorgespräch klar, dass eine Hypnosetherapie das grundsätzliche Problem nicht zu lösen vermag, verweisen wir an andere Fachstellen. 

 

Jochen benötigte drei Jahre, um sein Leben neu zu ordnen. Die Briefkasten-Phobie in abgeschwächter Form bestand auch nach drei Jahren noch. Nach der Hypnosetherapie waren die Ängste vor dem Briefkasten in zwei Sitzungen aufgelöst.  


Hypnosetherapien bei Mental Professionals

Mental Professionals bietet moderne Hypnose-Behandlungen und -Therapien in verschiedenen Bereichen an. Weiterführende Informationen zur Hypnose gibt es auf diesem Link. Für spezifische Fragestellungen freuen wir uns auf die unverbindliche Kontaktaufnahme. 


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Kommentare: 2
  • #1

    Andi (Mittwoch, 26 August 2020 07:31)

    Traurige Geschichte. In meinem Umfeld geschah ähnliches. Jochen alles Gute.

  • #2

    Feelia (Mittwoch, 28 Oktober 2020 12:44)

    Hallo, ich habe auch so etwas ähnliches...ich leere den Briefkasten zwar noch mindestens jeden 2. Tag aber es kostet mich so viel Überwindung (ich zittere jedesmal vor Angst) dass ich Sorgen habe dass es mir irgendwann genauso geht.
    Ich habe die letzten Jahre so viele Hiobsbotschaften (wohlgemerkt ohne mein Verschulden!) im Briefkasten vorgefunden dass ich große Ängste bei mir eingestellt haben.
    Ich habe sehr viel Mitgefühl für Menschen wie Jochen- ich hoffe es geht ihm bald besser.

    Liebe Grüße.