Der Bewerbungsablauf im Überblick.


Stufen im Bewerbungsprozess. Mental Professionals, Dietikon, Limmattal, Zürich
Schematischer Ablauf des Bewerbungsprozesses.

Im Bewerbungsprozess gilt: «Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.». Bis die Unterschrift auf dem neuen Arbeitsvertrag gesetzt werden kann, gilt es über alle Stufen im Bewerbungsprozess hinweg den besten Eindruck zu hinterlassen:

  • Kontaktaufnahme
  • Bewerbungsunterlagen mit Motivationsschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnissen und Diplomen
  • Bewerbungsgesprächsrunden
  • Verhandlung Anstellungsbedingungen
  • Abschluss

Nebst den fachlichen Kompetenzen nehmen die sozialen Kompetenzen im Selektionsprozess einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Schlecht oder gar nicht vorbereitete Kandidaten kommen schnell in eine Stresssituationen, die Selbstsicherheit und das lockere und sympathische Auftreten kommen unter Druck. Schmelzen die Sympathien dahin, ist eine Weiterverfolgung der Bewerbung - trotz guten Qualifikationen - unwahrscheinlich. 

 

Dieser Realität müssen sich Bewerberinnen und Bewerber bewusst sein, es gilt im ganzen Bewerbungsprozess sich von der besten Seite zu zeigen und alles zu geben. Unvorbereitet, mit reduziertem Engagement oder unvollständigen Unterlagen sind Enttäuschungen - in Form von Absagen - auf sicher. 

 

Unser Tipp: Vorbereitung, Vorbereitung und nochmals Vorbereitung! Das Erfolgsrezept für die Stellensuche gibt's hier.


Arbeitslos oder geplanter Stellenwechsel?

Die Stellensuche in einem bestehendem, ungekündigten Arbeitsverhältnis hat viele Vorteile, der Bewerber ist von sich aus locker, «man muss nicht wechseln». Diesen Vorteil haben arbeitslose Bewerber nicht, es bestehen ein finanzieller Druck und Erfolgserwartungen vom Arbeitsamt und/oder von der Familie und Freunden. Um diesem Druck zu entgehen, schlucken arbeitslose Bewerber oftmals die Kröte und nehmen die erstbeste Stelle an. Dies ist verständlich und gegebenenfalls - im Moment - auch sinnvoll, um eine Entspannung herbeizuführen und sich für einen weiteren Stellenwechsel in Position zu bringen.

 

Die Bewerbungsstrategien unterscheiden sich bei den Arbeitslosen, respektive den Stellenwechsel-Willigen. Letztere werden eher den informellen Weg über das berufliche Netzwerk oder einen Headhunter / Personalvermittler wählen, um das laufende Arbeitsverhältnis nicht zu gefährden. Arbeitslose Stellensuchende können - und sollen! - eine offensivere Bewerbungsstrategie wählen - es gilt keine wertvolle Zeit verlieren!


Stellenmarkt

Ausgeschriebene Stellen

Die grössten Stellenportale für den Schweizer Arbeitsmarkt sind:

  • www.jobs.ch
  • www.jobscout24.ch
  • www.indeed.ch 
  • www.jobagent.ch

Ergänzend gibt es verschiedene Branchen-Portale für Gastronomie, Medien, Baubranche, Medizin. Praktisch alle Stellenportale bieten Suchaufträge an, die die Stellensuche für den Bewerber deutlich vereinfachen. Je nach Branche ist ein aktuelles Xing- oder LinkedIn-Profil ein «muss». Viele Stellen werden in diesen beruflichen Netzwerken ausgeschrieben, mit einem aussagekräftig angelegten Profil kann man sich direkt auf Stellen bewerben.

 

Nicht ausgeschriebene Stellen

Es gibt eine grosse Anzahl Stellen, die nicht ausgeschrieben sind, die Gründe dazu sind vielfältig. Je nach Branche und Stellenprofil wird ein diskreter Headhunter oder Personalvermittler beigezogen, der gezielt Ausschau nach geeigneten Kandidaten hält. Andere Stellen sind aus Aktualitätsgründen, zum Beispiel Kündigung, Umstrukturierungen und weitere noch gar nicht ausgeschrieben. Ein gutes berufliches Netzwerk (= «Vitamin B») bietet im digitalen Zeitalter unverändert die besten Anstellungschancen. Entsprechend ist dem «Netzwerken» in der Stellensuche die höchste Priorität beizumessen. 


Recherche

Bevor eine Bewerbung aufgesetzt wird, ist eine Recherche zum Unternehmen, Konkurrenzumfeld, zum Team und künftigen Vorgesetzten empfehlenswert. Bewerbungen sind immer mit Hoffnungen und Erwartungen, wir wollen unsere Energie nicht unnötig verheizen. Aus diesem Grund machen wir uns zuerst ein Bild, wo wir die Bewerbung einreichen wollen. 

Gleichzeitig ist die Recherche auch eine optimale Vorbereitung für das Motivationsschreiben und das Bewerbungsgespräch. Eine gute Vorbereitung zu Informationen über das Unternehmen, wird in einem Interview vorausgesetzt.  


Bewerbungsunterlagen

Die Bewerbungsunterlagen sind die Visitenkarte des Kandidaten, ohne wenn und aber, sie müssen top sein:

  • Logischer Aufbau,
  • Aktuelles Portraitfoto
  • Ohne Schreibfehler
  • Vollständig.  

Bei Online-Bewerbungen ist zusätzlich darauf zu achten, dass die eingescannten Zeugnisse und Diplome eine gute Qualität haben und gleichzeitig für den Email-Versand nicht zu schwer sind. Idealerweise sind die Unterlagen als PDF oder Word-doc angelegt und nicht schwerer als 5 MB. Es gibt verschiedene kostenlose Programme, die ein 10 MB PDF-File auf 1 MB komprimieren können. Unbedingt vor dem Versand die Qualität der Dokumente prüfen, oftmals werden die Unterlagen zu stark komprimiert und sind schlecht oder gar nicht mehr lesbar. Als Alternative für den Versand von schwereren Dokumenten ist www.wetransfer.com. Die Unterlagen werden auf eine Cloud geladen und der Empfänger bekommt einen Download-Link zugestellt. Eine feine Sache nebenbei, werden die Daten von der Cloud geladen, bekommt der Sender eine Email mit der Download-Bestätigung. So ist man als Bewerber bestens im Bilde, dass die Unterlagen angekommen sind ;-)     


Bewerbung einreichen

Immer mehr Unternehmen setzen auf Online-Bewerbung, d.h. auf einer Website muss der Kandidat ein Profil anlegen, seine Personalien eingeben und die Bewerbungsunterlagen auf die Plattform hochladen. Diese Form der Einreichung von Bewerbungen ist für Unternehmen vorteilhaft, die Selektion für ein erstes Kandidatenfeld ist einfacher. Der persönliche Kontakt zwischen Kandidaten und Personalberater entfallen weitestgehend. Stimmen das Bewerber- mit dem Anforderungsprofil nicht überein, oder sind die Bewerbungsunterlagen nicht aussagekräftig, schmälern sich die Chancen eine Runde weiterzukommen. Insbesondere im englischen Sprachraum wird in der Kandidatenselektion zunehmend «künstliche Intelligenz» für die Sichtung der Bewerbungsunterlagen eingesetzt, um den Personalberater ein möglichst attraktives Kandidatenfeld bieten zu können. Dabei wird dem richtigen Aufbau des Lebenslaufes eine zentrale Rolle beigemessen. In der Schweiz ist diese Form der Kandidatenselektion - noch - nicht etabliert.

 

Vorteilhafter für den Kandidaten ist das Zustellen von Bewerbungen per Email, per Post oder auch mit einer persönlichen Übergabe. Ein sympathischer Kontakt zwischen Kandidat und Personalberater hat immer seine Wirkung. Um einem Missverständnis entgegenzuwirken, niemand bekommt einfach aus Sympathie einen Job. Aber, bei zwei gleich gut qualifizierten Kandidaten, wird die Sympathie das berühmte «Zünglein an der Waage» sein.   


Bewerbungsgespräch & Referenzen

Die drei wichtigsten Punkte für ein Bewerbungsgespräch sind:

  1. Vorbereitung
  2. Vorbereitung
  3. Vorbereitung

Richtig, kein Vertipper, die Vorbereitung ist das A & O für das Bewerbungsgespräch. Zur Erinnerung: «Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!». Eine gute Vorbereitung hat verschiedene Effekte:

  • Sie mindert die Nervosität.
  • Sie stärkt das Selbstvertrauen und man wird locker.
  • Es gibt keine Überraschungen und keine Stresssituationen.

 Folgende Punkte gehören zur Gesprächsvorbereitung:

  • Informationen auf Website, Presse, Social Media über das Unternehmen und den Gesprächspartner suchen. Es gibt Kandidaten, die sich für einen Job bewerben, ein Bewerbungsgespräch wahrnehmen und keine Ahnung über das Unternehmen und deren Dienstleistungen haben. Nun versetzen wir uns mal in die Lage des Personalverantwortlichen, welchen Rückschluss wird er zum Kandidaten ziehen...? Das Bewerbungsgespräch ist keine Einbahnstrasse, d.h. im Idealfall ist das Bewerbungsgespräch ein Dialog, der Kandidat soll Fragen zum Unternehmen, zum Team, Vorgesetzten etc. stellen. Ideen für Fragen gibt es in unserer Rubrik «Fragen an den Personalvermittler».

  • Der Personalverantwortliche will den/die bestmögliche(n) Kandidaten/-in für die offene Stelle / Vakanz finden. Im Vorstellungsgespräch wird er Fragen stellen, um mit den Antworten ein bestmögliches Bild zur Persönlichkeit, Charakter, Stärken / Schwächen, Verhalten etc. des Bewerbers zu bekommen. Oft sind die Fragen ähnlich, eine Auswahl von häufigen Fragen im Interview haben wir hier zusammengestellt. Idealerweise befasst man sich ein paar Tage vor dem Bewerbungsgespräch mit den Fragen und überlegt sich, wie und was man auf die Frage antworten möchte. Jede Frage ist eine Chance, die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Selbstklärend sollten die übertragbaren Fähigkeiten nach Möglichkeit - und wenn sinnvoll - mit der CAR-/CARL-Technik in die Antwort kombiniert werden.

  • Referenzen gehören zum Bewerbungsgespräch, ob man es mag oder nicht. Wichtig: Bevor eine Person als Referenz angegeben wird, gilt es diese Person anzufragen. Idealerweise kann die Referenzperson ein substanzielles Feedback zu den beruflichen Fähigkeiten und Erfahrungen in der Zusammenarbeit geben. 

  • Anfahrt zum Bewerbungstermin: Jeglichen Stress vermeiden, d.h. ausreichend Zeit für die Anfahrt einplanen. ÖV-Verbindungen, Parkplätze etc..  

  • Kleidung / Frisur / Rasur: Wenn jemand zum Beispiel im Kundendienst arbeiten möchte, ist es selbstklärend, dass das man in anständigen und sauberen Kleidung und Schuhen erscheint. Die Frisur sitzt, kein zu starkes Parfüm. 

  • Die Nervosität übrigens lässt sich gut nehmen, wenn man ein paar Tage vorher das Gespräch ein paar Mal visualisiert, wie es ablaufen wird, wie man sich wohl fühlt, die richtigen Antworten auf die Fragen folgen, etc.. Damit erzielt man eine «mentale» Routine für das bevorstehende Gespräch und bringt sich mental optimal in Position.  

Nach dem Bewerbungsgespräch

Vor der Verabschiedung wird ein Zeitrahmen für ein - gegenseitiges - Feedback vereinbart. Ist der Kandidat nach dem Gespräch immer noch an der Stelle interessiert, schreibt man eine Email 4 - 6 Stunden nach dem Termin, bedankt sich für das Gespräch und bringt das grosse Interesse an der Stelle nochmals zum Ausdruck.

 

Sollte das vereinbarte Feedback ausbleiben, per Email bei der Kontaktperson melden und das bestehende Interesse an der Stelle nochmals unterstreichen. Weitere Informationen dazu hier.   


Vertragsabschluss

Herzliche Gratulation! Erfolge müssen gefeiert werden. Lass Dir etwas besonderes einfallen und belohne Dich - Du hast es verdient! 


Bewerbungscoaching

Über alle allen Stufen des Bewerbungsprozesses hinweg unterstützen und begleiten wir Kandidaten.

Für Fragen oder weitere Informationen freuen wir uns über die Kontaktaufnahme.