Jobverlust - wie weiter?


Die Heizer - der Arbeitsmarkt in Transformation.

Der Arbeitsmarkt hat sich überall spürbar verändert. Waren in der Vergangenheit langjährige Betriebszugehörigkeit die Regel, sind heute Arbeitnehmer mit über 25 Jahren beim gleichen Arbeitgeber die Ausnahme. Wieso?

 

Verschiedene Faktoren verschärften das Arbeitsumfeld, zunehmender Wettbewerb, Währungsturbulenzen, Digitalisierung und vieles mehr. Ein Unternehmen muss sich laufend den neuen Marktsituationen anpassen, dies wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt, das Stellen- und Anforderungsprofil der Mitarbeiter aus.  

 

Als die Lokomotiven noch mit Dampf angetrieben wurden, war der Heizer ein wichtiges Team-Mitglied, ohne ihn ging nichts. Er war verantwortlich, dass die Lok ausreichend Druck im Kessel hatte und heizte laufend ein. Mit der Elektrifizierung der Eisenbahn, wurde der Heizer nicht mehr benötigt. Für eine ganze Berufsgruppe war mit dem technischen Fortschritt «Feierabend». 

 

Nebst strukturellen Veränderung im Arbeitsmark und zunehmenden schwindender Arbeitsplatzsicherheit, kommen auch andere Kündigungsgründe zum Tragen. Zum Beispiel wirtschaftliche Faktoren, Neuausrichtung des Unternehmens, Teamkonstellation, persönliche Gründe und viele mehr.

 

Eine Kündigung ist immer einschneidend, sie kratzt am Selbstvertrauen und prüft das Selbstwertgefühl. Das ist normal und gleichzeitig unbegründet. Denn, über viele Jahre hinweg wurde eine Top-Arbeit abgeliefert, einverstanden? Also, es gilt sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und die Kündigung als eine Chance für einen besseren Job zu sehen. 

 

Je schneller man sich auf die neue Situation einstellt und die richtigen Schritte in die Wege leitet, umso schneller wird die Arbeitslosigkeit überwunden. 

 

Es ist ein schlechter Tag und kein schlechtes Leben!
- unbekannt -


Kündigung - was nun?

  1. Die Familie offen und ehrlich informieren. Es bringt nichts, die Kündigung zu verheimlichen oder «schön zu reden». Gleichzeitig darauf hinweisen, dass es einen Plan gibt. Dies gibt Dir und Deinen Liebsten eine Sicherheit!

  2. Kosten reduzieren! Ein Arbeitsverplatz-Verlust ist immer mit einer Einkommenseinbusse verbunden. In der Schweiz verringert sich bei Alleinstehenden das Einkommen um rund 30%, als Vater/Mutter mit Kindern muss von rund 20% ausgegangen werden. Zugleich können zusätzliche Kosten für  Weiterbildung, Fahrtkosten, Networking etc. anfallen, für die selbst aufgekommen werden muss. Eine schnelle Kostenreduktion von 30% ist auf jeden Fall anzustreben!
     
  3. Bei Liquiditätsproblemen proaktiv und schnell auf die Gläubiger zugehen und informieren. In der Regel gibt es immer eine Lösung! Nicht vergessen, die Gläubiger lieben keine negativen Überraschungen! 

  4. Kontakt mit dem Arbeitslosenamt aufnehmen. Das Arbeitslosenamt (in der Schweiz RAV) will Arbeitslose schnellstmöglich wieder in den Arbeitsmarkt zurückführen und unterstützt Stellensuchende. Weiters prüfen sie auch, ob die Kündigung rechtens war, oder missbräuchlich ausgesprochen wurde. 
     
  5. Die Woche fix planen, um in der Routine zu bleiben. Viele Arbeitslose verkriechen sich anfangs in den eigenen vier Wänden, um den Tiefschlag zu verdauen. Verständlich, aber falsch! Wichtig ist eine Tages- und Wochenstruktur aufzubauen, damit man mental fit bleibt.   
      
  6. Die Bewerbungsunterlagen und das Profil auf beruflichen Netzwerke wie Xing / Linkedin aktualisieren.
     
  7. Suchaufträge in den verschiedenen Job-Plattformen anlegen.
     
  8. Ehemalige Arbeitskollegen kontaktieren und informieren, dass Sie für den Arbeitsmarkt wieder zu haben sind. 
     
  9. Online Networking ankurbeln. 
     
  10. Personalvermittler kontaktieren und Bewerbungsunterlagen zustellen.